Innerhalb von einem Monat haben die französischen Gesundheitsbehörden den zweiten Fall eines Blutspenders bekannt gegeben, der Transfusionspatienten mit der Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJK), der menschlichen Form des Rinderwahns BSE, infiziert haben könnte.

Nähere Angaben zu dem Spender, der an der Creutzfeldt-Jakob-Variante (vCJK) erkrankt war, machten die Behörden  nicht. Von 1984 bis 2002 hatte die betreffende Person mehrfach Blut gespendet, das vor allem zu Konzentraten weiterverarbeitet und mehreren Patienten verabreicht worden war.

Erst im vergangen Monat war in Frankreich der erste Fall einer 31-jährigen Patientin mit vCJK bekannt geworden, deren Blut mindestens zehn Transfusionspatienten in Lebensgefahr brachte. Wie in dem neuen Fall war ihr Blutplasma auch in Arzneimitteln verarbeitet worden; diese waren aus dem Verkehr gezogen worden. Nach Angaben der Pariser Behörden wurde zuletzt bei zwei britischen Patienten über ein Risiko der Übertragung per Transfusion berichtet. Das Risiko bei Blutplasma-Präparaten werde derzeit in einer neuen Studie geprüft. Alle Patienten, die möglicherweise ansteckendes Blut des nun bekannt gewordenen Spenders erhalten hatten, sollten von ihren Ärzten informiert werden. Präparate aus dem Blut sind nicht mehr im Umlauf.

Bei der tödlichen Hirnkrankheit vCJK zerstören die Krankheitserreger das Gehirn, wobei sich regelrecht Löcher bilden und das Gehirn aussieht wie ein Schwamm. Der Rinderwahnsinn BSE hat ähnliche Symptome. Es wird vermutet, dass sich die meisten vCJK-Opfer durch den Verzehr von BSE-verseuchtem Rindfleisch ansteckten. Gegen Creutzfeldt-Jakob gibt es noch keine Therapie. Der nunmehr bekannt gewordene Fall ist der insgesamt neunte offiziell registrierte vCJK-Befund in Frankreich.