Die funktionellen Ergebnisse einer zementfreien Total-Hüftarthroplastik (THA, totaler Hüftersatz) sind bei Hämophilie genauso zufriedenstellend wie bei Arthrose-Patienten, vor allem bei jüngeren, berichten Forscher aus Korea. Da die Mehrheit der hämophilen Patienten, die eine THA braucht, relativ jung sind, werde ihnen derzeit die zementfreie THA empfohlen.

M. C. Yoo vom Kyung Hee University East-West Neo Medical Center in Seoul und Kollegen hatten sich dieses Themas angenommen, da die THA Berichten zufolge bei hämophiler Arthropathie weniger erfolgreich sein soll, als wenn sie aufgrund anderer Erkrankungen erfolgt. Da vorläufige Ergebnisse der zementfreien THA bei Hämophilie ermutigend waren, untersuchten die Forscher jetzt die mittelfristigen Ergebnisse.

Sie schlossen 27 zementfreie THAs an 23 Patienten, die zwischen Juni 1995 und Juni 2003 erfolgten, in ihre Studie ein. Bei der Operation waren die Patienten im Schnitt 36 Jahre alt. Ihr gesundheitlicher Zustand wurde durchschnittlich 92 Monate lang beobachtet (Spanne: 60-156 Monate).

Im Röntgenbild beurteilten die Forscher den Zustand der Implantate, ihren Sitz und den der umgebenden Knochen. Zudem untersuchten sie, wie viel Faktor VIII die Patienten benötigten, wie viel Transfusionen nötig waren und die mit Blutungen verbundenen Komplikationen.

Bis auf zwei Eingriffe, die nötig wurden, schienen alle anderen Implantate bei der letzten Kontrolluntersuchung stabil zu sein.

Für ausgezeichnete Ergebnisse sei ein standardisiertes Behandlungsprotokoll nötig sowie die engagierte Herangehensweise in einem Team, das aus Hämatologen, Ärzten, Physiotherapeuten, Krankenschwestern und Koordinatoren besteht, betonen die Forscher.

Quelle: Haemophilia 2009; 15 (3): 766-73

MedCon AG