Müssen Patienten mit beeinträchtigter Blutgerinnung Angst von Blutungen nach Operationen an den Zähnen haben? Das wollten Dr. Waldemar Reich und Kollegen von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg wissen. Sie schlossen 70 Männer und 51 Frauen mit angeborenen oder erworbenen Blutgerinnungsstörungen in ihre Studie ein.

All diese Patienten wurden zwischen 2003 und 2007 unter Lokalanästhesie behandelt. Die Forscher sammelten Daten zu ihrer Vorgeschichte, ihrem Allgemeinzustand, Medikationen, Grund der OP, Art der lokalen Betäubung, eingesetzten chirurgischen Techniken, Art der Blutgerinnungsstörungen und Blutungskomplikationen während und nach der OP.

Blutungen nach dem Eingriff seien bei 12 Patienten (9,9 Prozent) beobachtet worden, berichten die Wissenschaftler. In drei Fällen sei eine stationäre Behandlung notwendig geworden.

"In einer heterogenen Gruppe aus 121 ambulanten Patienten mit bekannten Blutgerinnungsstörungen ermöglicht eine Kombination aus ein paar blutstillenden Substanzen und der geeigneten operativen Technik ein effektives Wundmanagement", schlussfolgern die Forscher. Wenn bei Blutungen nach solchen Eingriffen lokale Maßnahmen versagten, seien weitere diagnostische Untersuchungen erforderlich, ergänzen sie.

Quelle: Oral Maxillofac Surg. 2009; 13 (2): 73-7