Wird rekombinanter Gewebe-Plasminogen-Aktivator (rTPA) einmal pro Monat Kindern mit zentralvenösen Ports verabreicht, kann dies die Infektionsrate reduzieren. Das berichten Forscher um M.R. Jeng von der Stanford University School of Medicine, Palo Alto, in der Fachzeitschrift Haemophilia.

Diese Ports werden vor allem bei Kindern, bei denen der venöse Zugang oft schwierig ist, erfolgreich in der Hämophilie-Therapie eingesetzt. Zwar seien Komplikationen (Infektion und Thrombose), Risikofaktoren und Komplikationsraten gut dokumentiert, erfolgreiche Maßnahmen, um diese zu senken, jedoch nicht bekannt, schildern die Autoren.

Daher stellten sie in ihren Studien den monatlichen Einsatz von rTPA bei Patienten mit vollständig implantierten Ports auf den Prüfstand. Daten von 19 hämophilen Patienten mit 24 Ports standen zur Analyse zur Verfügung. Dabei wurden 24.520 mit einem Port verbrachte Tage ausgewertet.

Die Patienten, die monatlich rTPA erhielten, hatten eine Infektionsrate von 0,04 Infektionen pro 1000 Tagen mit Port. Auch die Thrombose-Rate betrug 0,04 (Thromben pro 1000 Tage mit Port).

"Damit liegt die beobachtete Komplikationsrate um mindestens einen Logarithmus niedriger als viele veröffentlichte Infektionsraten bei Hämophilie-Patienten mit Ports, die kein rTPA erhalten haben", schreibt das Team um Jeng. Zudem traten keine Blutungskomplikationen auf. Es seien allerdings größere kontrollierte Studien mit einer Patientenverteilung nach dem Zufallsprinzip nötig, um diesem Befund zu bekräftigen.

Quelle: Haemophilia. 2009 Jul 10. [Epub ahead of print]