In hämophilen Gelenken mit hochgradiger Arthropathie können Blutungen auftreten, die nicht auf die Ersatztherapie mit dem fehlenden Faktor ansprechen. Wie Dr. Robert Klamroth vom Hämophiliezentrum in Berlin und seine Kollegen erläutern, könnte der Grund hierfür in einer pathologisch reaktiven Ausbildung neuer Gefäßstrukturen bei chronischer Synovitis liegen.

Die Wissenschaftler behandelten sieben Patienten mit schwerer Hämophilie A oder B, die – ohne dass eine Trauma vorlag – wiederholt massive Blutungen in einem Ellbogen- oder Kniegelenk aufwiesen.

Wurde diesen Patienten der fehlende Gerinnungsfaktor – VIII bzw. IX verabreicht, wurden die Symptome nur langsam und niemals vollständig gelindert. Auch eine intensive Sekundärprophylaxe schützte nicht vor neuen Blutungen.

Da vermutet wurde, dass die Blutungen auf Gefäße zurückgingen, sahen sich die Forscher die Arterien mittels Angiographie genau an. Die Gefäße, die sie als Quelle der Blutungen ausmachten, verschlossen sie mit einem flüssigen Embolisat.

In den folgenden 16 Monaten unter niedrig dosierter Prophylaxe trat keine neue schwere Blutung auf, die nicht auf den Ersatz des fehlenden Faktors ansprach. Der Verbrauch an Faktor sank auf ein Drittel der Menge, die vor dem Gefäßverschluss zum Einsatz kam. Daher halten die Forscher ihre Methode für viel versprechend.

Quelle: Haemophilia 2009; 15 (1): 247-52