Wenn es mit dem Sex im Alter nicht mehr so schwungvoll klappt wie in jungen Jahren, schlägt das so manchem Mann mächtig auf die Psyche. Schuld sind oft Krankheiten, die die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen, wie Diabetes, Arterienverkalkung und Bluthochdruck. Auch die Nebenwirkungen von Medikamenten, z. B. gegen Bluthochdruck oder Viren, können sich nachteilig auswirken.

Auch können Fatigue, niedriges Testosteron oder Schmerz das sexuelle Verlangen beeinträchtigen. Wer Antidepressiva nimmt, sollte sich bewusst sein, dass auch sie sich auf sexuelle Reaktionen auswirken können.

Bei hämophilen Patienten kommen noch andere Aspekte hinzu: So leidet die ältere Patientengeneration nach wie vor unter muskuloskelettalen Problemen, wie Dr. Woet L. Gianotten vom Rehabilitation Centre De Trappenberg in Huizen und L. Heijnen vom Creveldkliniek University Medical Centre in Utrecht schildern.

Bei älter werdenden Hämophilen beeinflussten Arthropathie, Blutungen in den Musculus iliopsoas – den stärksten Hüftbeuger – sowie Medikamente gegen chronische Hepatitis C und HIV die Sexualität, schildern die Experten.

Den behandelnden Ärzten raten sie daher, das Thema von sich aus anzusprechen und über verschiedene Aspekte der Sexualität zu informieren – geeignete Positionen vorzuschlagen, Schmerzmittel zu empfehlen -, über die Verschreibung eines erektionsfördernden Medikaments nachzudenken oder zu einem Sexualmediziner zu überweisen.

Quelle: Haemophilia 2009; 15 (1): 55-62