Eine Infektion mit dem West Nil Virus kann langfristige Gesundheitsschäden verursachen.

Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der New York Academy of Medicine gekommen. Die Wissenschaftler beobachteten 42 Erwachsene, die nach dem Ausbruch im Jahr 1999 ins Krankenhaus eingewiesen worden waren.

Dieses Virus wurde 1937 in der West-Nil-Region Ugandas entdeckt und bekam daher auch seinen Namen. Bis 1999 kam es nur in Afrika, im mittleren Osten und Südeuropa vor. 1999 kam es zu einem Infektionsausbruch an der Ostküste der USA, hauptsächlich in New York, mit mehreren Todesfällen. Man nimmt an, dass etwa 1 von 150 Infektionen lebensbedrohend verläuft. Die Hauptübertragung findet durch Stechmücken statt. Doch mittlerweile konnte auch nachgewiesen werden, dass dieses Virus durch Bluttransfusionen übertragen werden kann.

Dieser Sachverhalt sorgte für grosse Aufregung bei den Empfängern von Blut- und Blutprodukten. Es konnte jedoch sehr schnell gezeigt werden, dass dieses Virus im Herstellprozess von Plasmapräparaten effektiv entfernt und inaktiviert wird.

Laut der kürzlich im Fachmagazin Emerging Infectious Diseases

veröffentlichten Studie zeigte sich, dass zwei Drittel der Betroffenen nach einem Jahr noch immer unter mentalen oder körperlichen Problemen litten. Ältere Menschen waren am stärksten betroffen.

Dieses Virus zeigt, dass immer wieder "neue" Viren auftreten können, die sehr schnell zu einer Gefahr werden und zudem noch durch Blut übertragen werden können. Eine Übertragung solcher "neuer" Viren ist durch die Anwendung von ausschliesslich rekombinant hergestellten Faktor-VIII Präparaten auzuschliessen.