BONN (MedCon) – Aus Angst vor Verletzungen schreckt so mancher Hämophilie-Patient vor sportlichen Aktivitäten zurück und bringt sich damit um ein Stück Lebensqualität. Doch das muss nicht sein: In der Septemberausgabe der Fachzeitschrift Hämophilia beschreiben Ärzte um Dr. Axel Seuser von der Kaiser-Karl-Klinik in Bonn, worauf Hämophile beim Sport achten sollten.

Das Forscherteam analysierte zahlreiche Artikel mit Statistiken über Sportverletzungen und erstellte eine Rankingliste von Sportarten nach dem Grad des Verletzungsrisikos. Außerdem entwickelten die Mediziner eine kurze orthopädische Untersuchung und einen 5-Punkte-Fitness-Test für Hämophilie-Patienten, der den Grad ihrer körperlichen Fitness ermittelt.

Anhand dieser Instrumente können die Wissenschaftler zu den für den jeweiligen Patienten am besten geeigneten Sportarten raten. "Zudem empfehlen wir, dass Patienten, die regelmäßig Sport treiben, über regelmäßige Prophylaxe angemessene Gerinnungsfaktor-Konzentrationen aufrecht erhalten", schreibt Seusers Team.

Vor der Aufnahme sportlicher Aktivitäten sollten Hämophilie-Patienten sich von ihrem Arzt untersuchen und beraten lassen. Außerdem sollten sie sich einen Überblick über die Risiken der jeweiligen Sportart verschaffen sowie über die Strategien, wie mit ihnen umzugehen ist. Dann steht der Freude am Training nichts mehr im Wege.

Quelle: Haemophilia. 2007 Sep;13 Suppl 2:47-52