Steht bei einem hämophilen Kind der Wechsel der Versorgung von Kinder- und Jugendmedizinern in die Versorgung der Erwachsenen an, so bereitet dies offenbar den Vätern mehr schlaflose Nächte als den Patienten selbst.

Zu diesem Schluss kommen Wissenschaftler um Dr. Erwin Geerts vom Universitair Medisch Centrum in Groningen. Ihre Studie hierzu ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Haemophilia erschienen.

Im Rahmen ihrer Untersuchung ließen die Forscher Patienten und ihre Eltern ihre Lebensqualität vor und nach dem Wechsel selbst beurteilen und befragten sie, ob sie sich hinsichtlich des Übergangs Sorgen machen. Die Auswertung zeigte, dass sich die selbst eingeschätzte Lebensqualität und Sorgen bei den Patienten nicht unterschieden.

Anders bei den Vätern der Patienten, die den Übergang schon hinter sich hatten: Diese Väter bewerteten die Lebensqualität ihrer Söhne als schlechter als vor dem Wechsel.

"Die Befunde zeigen, dass Programme, die dazu konzipiert wurden, den Übergang bei hämophilen Patienten zu erleichtern, auch auf die Eltern der Patienten abzielen sollten", bilanziert die Gruppe um Geerts.

Quelle: Haemophilia 2008; 14 (5): 1007-13

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