COLORADO (BIERMANN) – Bei an Hämophilie erkrankten Menschen kann das Kniegelenk verhältnismäßig schnell verschleißen. "Ich hatte starke Schmerzen und das über Jahre hinweg", beschreibt etwa Patient Tom Powell, 52 Jahre alt, seinen Leidensweg. Blutungen aufgrund der stark ausgeprägten Hämophilie A hatten seine beiden Knie angegriffen. "Ich konnte weder Radfahren, noch einen längeren Spaziergang machen. Alltägliche Dinge, wie beispielsweise vom Esstisch aufstehen, waren für mich kaum zu ertragen." Sein zuständiges Hämophilie-Zentrum an der Universität von Colorado beobachtete diesen kritischen Zustand und empfahl letztendlich, beide Knie in einer Operation durch künstliche Versionen zu ersetzen.

Bei vielen Hämophilie-kranken Menschen macht das Kniegelenk Probleme. Wiederkehrende Blutungen verursachen Arthritis und verschlechtern die Beweglichkeit, was wiederum die täglichen Aktivitäten und damit die Lebensqualität stark beeinträchtigt. Der normale Beugungsbereich eines Knies liegt bei 140 Prozent. Einen Beugungsverlust von zwei bis fünf Prozent kann man ausgleichen, aber einen Verlust von sieben bis zehn Prozent führt zum Hinken oder macht Probleme beim Treppensteigen.

Blutungen im Knie zerstören das Gewebe. Die Gelenkinnenhaut entzündet sich und schwillt an, was wiederum die Blutungen im Knie weiter ankurbelt. Außerdem greift das Eisen im Blut den Knorpel im Kniegelenk an, so dass Gelenkentzündungen die Folge sind. In vielen Fällen führt das zu Fehlstellungen, wie X- oder O-Beinen, so dass der Verschleiß des Kniegelenks bei Hämophiliepatienten stark beschleunigt wird. "Es ist nicht ungewöhnlich, wenn Patienten im Alter von Ende 20 bis Mitte 30 mit diesen Symptomen zu uns kommen", weiß Jerome Wiedel, orthopädischer Chirurg von der Universität von Colorado am Health Sciences Center in Aurora. Normalerweise werden Kniegelenke im Alter von durchschnittlich 55 Jahren durch künstliche ersetzt, in Einzelfällen auch im Alter von bis zu 70 Jahren.

Quelle: www.hemaware.org