Lassen Sie sich impfen – verhindern Sie Hepatitis A und B. Das ist Thema des Welthämophilie-Tages 2005, der dieses Jahr am 17. April 2005 stattfindet. An diesem Tag organisiert die Weltvereinigung der Hämophilie (WFH) zusammen mit Hämophilieorganisationen und Behandlungszentren in mehr als 100 Ländern Aktionen, um das Bewusstsein hinsichtlich der Notwendigkeit der Schutzimpfung und anderer Themen, welche die Hämophiliegemeinschaft beeinflussen, zu schärfen.

"Wir bewerben dieses Jahr die Schutzimpfung, weil Hepatitis A und B größere Gefahren für Patiententen mit Hämophilie darstellen," sagt Dr. Paul Giangrande, medizinischer Vizepräsident der WFH.

"Hepatitis A und B infizieren die Leber einer Person, und die WFH empfiehlt die Schutzimpfung als sichere und wirkungsvolle Methode, diese Krankheiten zu vermeiden. Jeder, der Blutprodukte benutzt, sowie alle, die damit in Berührung kommen, sollten gegen Hepatitis A und B geimpft werden, wenn sie nicht bereits eine Immunität besitzen."

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass mehr als 350 Million Menschen eine lebenslängliche Hepatitis B Infektion haben. Sie definiert sie als "eine der Hauptkrankheiten der Menschheit" und als "ein ernstes globales Gesundheitsproblem." Nach Ansicht der WHO ist die Todesgefahr infolge eines – in Verbindung mit Hepatitis-B entstandenen – Leberkrebses ungefähr 25 Prozent höher für Menschen, die chronisch während ihrer Kindheit angesteckt wurden. In vielen Ländern wurden bis zu 15 Prozent der Kinder chronisch mit Hepatitis B angesteckt. Die WHO hat herausgefunden, dass flächendeckende Schutzimpfungen seit 1982 diese Rate auf weniger als einen Prozent unter den geimpften Kindern verringern konnten.

"Jedoch fehlen noch vielen Ländern nationale Impfprogramme," sagt Mark Skinner, der Präsident der WFH. "Der Welthämophilie-Tag bietet der weltweiten Hämophiliegemeinschaft eine ausgezeichnete Gelegenheit, das allgemeine Bewußtsein über den Wert der Immunisierungprogramme zu fördern. Und das gleichzeitig mit der Notwendigkeit für eine verbesserte Diagnose und Betreuung der Menschen mit Hämophilie."

Der Welthämophilie-Tag wurde durch die WFH erstmals 1989 ausgerichtet. Das Datum des 17. April wurde zu Ehren des WFH Gründers Frank Schnabel gewählt, der an diesem Tag geboren wurde.

Die WFH ist eine internationale Non-Profit-Organisation, die sich für die Verbesserung der Behandlung und der Betreuung von Menschen mit Hämophilie einsetzt. An Blutungsstörungen leiden schätzungsweise 400.000 Leute weltweit, davon bleiben aber ca. 75 Prozent unerkannt und unbehandelt.

"Mit einer Behandlung kann ein Hämophilie-Patient erwarten, ein langes und gesundes Leben mit nur wenigen Einschränkungen zu leben", sagt Giangrande. "Doch ohne Behandlung sind unsere Patienten kontinuierlichem Schmerz, grosser köperlicher Eingeschränktheit, Isolation und vorzeitigem Tod ausgesetzt. Nach Daten der WFH sterben die meisten Menschen mit staker Hämophilie, wenn sie keine Behandlung erhalten, vor dem Alter von 19 Jahren."