NEU-DELHI (BIERMANN) – Hämophilie A (HA) wird beim Menschen durch mehr oder weniger großen Mutationen im Faktor-VIII-(FVIII)Gen verursacht. Diese Mutationen führen zu einer verminderten bis unzureichenden Synthese von aktivem FVIII-Protein. Die Leber ist der primäre Ort für die FVIII-Bildung. Trotzdem ist bis heute bisher relativ unklar, welche speziellen Zellen in der Leber für die Synthese des Proteins verantwortlich sind.

Die Forscher um Frau Dr. Neelam Yadav vom National Institute of Immunology in Neu-Delhi vermuten, dass der Schweregrad der Bluterkrankheit positiv beeinflusst werden kann, wenn Teile der mutierten Leber in HA-Mäusen durch "gesunde" Knochenmarkzellen ersetzt werden. Das Ziel der Arbeit war die Herkunft des FVIII-Proteins auf zellulärer Ebene sichtbar zu machen.

Anhand der Knochenmarkzell-Therapie bei HA am Mausmodell wurde dieses Anliegen untersucht. Die Empfänger-Leber wurde mit Knochenmarkzellen behandelt. Eine immunhistologische Analyse des Lebergewebes ermöglichte die Unterscheidung vom gesunden Spender Zellen welche FVIII produzierten vom umliegenden Lebergewebe. Die immunhistologische Identifizierung wurde auch noch durch Transmissionselektronenmikrosopie (TEM) und quantitative Gen-Expressions-Analysen bestätigt.

Die phänotypische Auswirkung der transplantierten Zellen auf die Blutereigenschaften in den HA Mäusen wurde durch Abschneidung der Schwanzspitze untersucht und anhand des FVIII-Levels im Plasma bestimmt. Die Immunhistologischen Analysen haben gezeigt, dass der von-Willebrand-Faktor (vWF) und Cytokeratin-18 (CK-18) in den Endothel- und Leberzellen gebildet werden, die von den transplantierten Knochenmarkzellen stammten.

Beide Zell-Typen bildeten die "FVIII-light chain-mRNA" und das FVIII-Protein, welches auch durch TEM bestätigt wurde. Diejenigen Mäuse mit den transplantierten Knochenmarkzellen zeigten eine FVIII-Aktivität (p<0,01) und überlebten die Abschneidung der Schwanzspitze (p<0,001). Demnach kommt die indische Arbeitsgruppe zu dem Ergebnis das vom Knochenmark stammende Leberzellen und endotheliale Zellen das FVIII-Protein in der Leber synthetisieren können so dass die phänotypische Bluterneigung bei HA reduziert werden kann. Quelle: Stem Cells and Development, April 2011