Laut einer niederländischen Forscherin sind die theoretischen Prinzipien und praktischen Ratschläge zu Rehabilitation und Physiotherapie, die für hämophile Kinder und Erwachsene ohne Inhibitoren gelten, in hohem Maße auch auf Patienten mit Inhibitoren anwendbar.

Dr. Dr. Lily Heijnen, Rehabilitation Centre De Trappenberg in Huizen beschreibt die Reha als multidisziplinären Ansatz mit Physio- und Beschäftigungstherapie, Psychologie, Sozialarbeit und technischen Hilfsmitteln wie Prothesen, Orthosen (Hilfsmittel für schmerzhafte, korrekturbedürftige Zehen), Schuhanpassungen, Gehhilfen und Anpassungen im Haushalt oder am Arbeitsplatz, aber auch Schulung.

Die Wassertherapie sei in der Behandlung schmerzhafter oder steifer Gelenke und/oder Muskeln nach einer akuten Hämarthrose, Muskelblutungen und bei chronischer Arthropathie hilfreich, schreibt sie.

Sinnvoll sei ihr Einsatz auch bei chronischer Synovitis, Mobilisierung nach langen Phasen der Bettruhe oder bei der Entwöhnung von einer Schiene, fährt die Autorin fort. Bei einer Synovitis ist die innere Schicht der Gelenkkapsel, die Synovialmembran entzündet.

"In Fällen von Blutungen und Arthropathie ist die angemessene Schmerztherapie ganz wichtig, ebenso wie funktionelle Übungen", unterstreicht Dr. Heijnen. Pro Tag sollte jeder 30 bis 60 Minuten lang körperlich aktiv sein, ergänzt sie. Sport werde für Menschen mit Hämophilie empfohlen, die beste Sportart sei Schwimmen. Kinder sollten sportlich aktiv sein, wobei ihre Größe und körperlichen Charakteristika berücksichtigt werden müssen.

Quelle: Haemophilia 2008; 14 (s6); 45-51