Die offensichtlichen Unterschiede bei der Leistungsfähigkeit verschiedener Faktor-VIII-Produkte sind möglicherweise zum Teil darauf zurückzuführen, dass die Verabreichung einer gleich großen FVIII-Wirksamkeit in Einheiten die Gabe unterschiedlich großer Mengen an FVIII-Protein bedeutet.

Zu diesem Schluss kommen Forscher um Dr. Saulius Butenas von der University of Vermont in Burlington und Kollegen, nachdem sie verschiedene FVIII-Produkte mit verschiedenen Tests gemessen hatten.

Um die FVIII-Produkte auf ihre Wirksamkeit und FVIII-Konzentration hin zu untersuchen, setzten die Forscher zwei Tests auf der Basis von Antikörpern (ELISA und Westernblot) und drei Aktivitätstests ein: 1) Activated Partial Thromboplastin Time (APTT), 2) intrinsic FXase und 3) Synthetic Coagulation Proteome. Zur Ermittlung eines standardisierten Normwertes kam albuminfreier rekombinanter (r) FVIII in voller Länge zum Einsatz.

Den Ergebnissen zufolge zeigten die beiden rekombinanten Produkte, die rFVIII in voller Länge enthielten, eine ähnliche Wirksamkeit wie das als Standard verwendete Produkt.

Ein rekombinantes Produkt, das einen verkürzten rFVIII enthält, sei im APTT-Test weniger wirksam (83 Prozent des Standard) gewesen und ein Produkt ,das plasmatischen FVIII enthält, habe in FXase-Tests eine geringere Wirksamkeit (66 Prozent) gezeigt, berichten die Autoren in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Haemophilia.

Ferner enthüllte der ELISA-Immunoassay, dass die spezifische Aktivität der FVIII-Proteine bei fast allen Produkten über eine große Spanne variierte (3900-13.200 U mg?1) und für die meisten Chargen im Vergleich zum Standard (5000 U mg?1) höher war, während die spezifische Aktivität eines Produktes, das plasmatischen FVIII enthält, niedriger als erwartet ausfiel (3200-4800 U mg?1).

Daraus schließen die Forscher zum einen, dass verschiedene Tests zur Abschätzung der FVIII-Wirksamkeit zu unterschiedlichen Ergebnissen führen. Zum anderen sei die spezifische Aktivität von FVIII in verschiedenen FVIII-Produkten unterschiedlich und uneinheitlich.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 6. August 2008

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