Regelmäßiges Training und die Rehabilitation mit Physiotherapie ist nach Ansicht von Hämophilie-Experten generell für die Patienten wesentlich – vor allem in Ländern, in denen eine Substitutionstherapie nicht leicht verfügbar ist, so das Fazit einer neuen Übersichtsarbeit.

"Bei Hämophilen sind körperliche Verfassung, Muskelkraft, aerobe Ausdauer, anaerobe Ausdauer und Eigenwahrnehmung allesamt vermindert", schreiben M. Gomis von der Universität im spanischen Valencia und Kollegen.

Denn Muskelschwund und Instabilität sowie eine erhöhte Verletzbarkeit bei belastenden motorischen Anforderungen steigerten das Verletzungsrisiko und führten zu einem schwer wieder zu durchbrechenden Teufelskreis, unterstreichen die Autoren: Schmerz, Unbeweglichkeit, Schwund, Instabilität der Gelenke und wiederholte Blutungsepisoden.

Bis zu den 1970er Jahren seien körperliche und/oder sportliche Aktivitäten bei Hämophilie nicht empfohlen worden; anders heute, wo – den Prophylaxe-Regimen sei Dank – den Patienten zumeist bestimmte körperliche Aktivitäten zur Steigerung ihrer Lebensqualität nahe gelegt werden. Aufgrund der geringen Verletzungsgefahr ist besonders Schwimmen empfehlenswert.

Für ihre Übersichtsarbeit nahmen die Wissenschaftler 103 Untersuchungen zu diesem Thema näher unter die Lupe, darunter 29 experimentelle Studien, 27 beobachtende und 47 klinische Untersuchungen.

Die Auswertung, die das Team um Gomis in einer der kommenden Ausgaben der Fachzeitschrift Haemophilia vorstellen wird, zeigte, dass Physiotherapie, körperliche Aktivität und Sport grundlegende Elemente zur Verbesserung der Lebensqualität und körperlichen Verfassung darstellen, Kraft sowie Ausdauer erhöhen und das Risiko von Verletzungen der Knochen und Muskeln senken.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 21. August 2008

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