Ein Balance-Training mit Kraft- und Gehübungen kann bei hämophilen Menschen zu verbesserter Balance und Mobilität führen. Das berichten Professor Keith Hill vom National Ageing Research Institute im australischen Parkville und seine Kollegen. Eine bessere Balance und Mobilität helfen, im Alltag Stürze zu vermeiden.

Bekanntlich entwickeln Erwachsene mit Hämophilie und anderen Blutungserkrankungen aufgrund von Blutungen in Muskeln und Gelenken oft Probleme mit den unteren Gliedmaßen. Das kann ihr Gleichgewicht beeinflussen und die Wahrscheinlichkeit für Stürze erhöhen. Stürze wiederum können zu Blutungen führen – ein wahrer Teufelskreis.

An dem Programm, das zuhause absolviert werden konnte, nahmen 20 im Schnitt knapp 40 Jahre alte Männer mit Hämophilie und anderen Blutungserkrankungen teil.

Zunächst wurden ihr Gleichgewichtssinn und andere damit verbundene Maße eingehend untersucht. Auf Basis dieser Befunde empfahl der beurteilende Physiotherapeut ein individualisiertes Trainingsprogramm. Nach vier Monaten wurden die zwölf Teilnehmer, die das Programm abschlossen (60 Prozent), dann erneut beurteilt.

Wie die Auswertung zeigte, gab es keine Sicherheitsprobleme. Es schied auch niemand aus dem Programm aus, weil es den Gelenkstatus verschlimmert hätte.

Statistisch bedeutsame Veränderungen beobachteten die Forscher zwar nicht, jedoch gab es Verbesserungen zwischen 5 und 22 Prozent bei 10 von 16 Maßen.

Quelle: Haemophilia, published online: 5 Oct 2009