Den verblüffenden Fall eines hämophilen Patienten, bei dem die Umstellung der hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) gegen HIV das Hepatitis-C-Virus (HCV) verschwinden ließ, stellen japanische Forscher vor.

Bislang sei der Effekt der HAART auf die HCV-Infektion nicht geklärt, erläutern T. Endo von der Hokkaido University Graduate School of Medicine in Sapporo und Kollegen.

Der Mann war anfänglich mit einer HAART aus Zidovudin, Lamivudin, and Indinavir behandelt worden. Mehr als acht Jahre lang ließ sich damit keine HIV-RNS nachweisen. Zudem hatte der Patient an einer chronischen aktiven Hepatitis gelitten.

Da er lieber nur einmal am Tag Tabletten nehmen wollte, wurde die HAART auf Emtricitabin/Tenofovir, Atazanavir und Ritonavir umgestellt.

Die verblüffende Nebenwirkung: Die HCV-RNS-Konzentrationen fielen sofort. Fünf und sieben Monate nach der Umstellung waren sie weder mit quantitativen noch mit qualitativen Tests nachweisbar.

Anders als in anderen berichteten Fällen stieg weder die Zahl der CD4+ T-Helferzellen an noch gab es ein "Aufflackern" der Werte der Alaninaminotransferase, bevor das HCV-Virus verschwand.

Daraus schließen die Forscher, dass es sich eher um einen direkten Effekt der HAART auf HCV handeln könnte als um die Wiederherstellung der zellulären Immunität gegenüber HCV.

Quelle: J Med Virol. 2009; 81 (6): 979-82

MedCon AG