HOUSTON (BIERMANN) – Werden hämophile Jungen an spezialisierten Zentren versorgt, leidet ihre schulische Karriere kein bisschen unter der Krankheit. Das zeigt eine amerikanische Studie, die unter die Lupe nahm, wie es mit den High-School-Abschlüssen hämophiler Patienten im Vergleich zu ihren Altersgenossen aussieht.

Der Hintergrund dieser Studie: Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass die durchschnittlichen akademischen Leistungen hämophiler Menschen bei mehr als zwölf Blutungen pro Jahr leiden.

John H. Drake vom Gulf States Hemophilia and Thrombophilia Center, Houston, und seine Kollegen nahmen sich daher die Daten von 7842 Männern ab 18 Jahren vor und schauten nach ihrem High-School-Abschluss. Bei der Auswertung berücksichtigten sie auch deren ethnische Wurzeln und die Schwere der Hämophilie. Die Daten sammelten sie zwischen 1998 und 2008, die Analyse machten sie in 2009.

Die Analyse zeigte, dass Männer mit Hämophilie A – ganz gleich welcher Herkunft und Krankheitsschweren – bei den High-School-Abschlüssen höhere oder ähnliche Quoten aufwiesen wie ihre Altersgenossen.

Männer mit Hämophile B, die afro- oder lateinamerikanischer Herkunft waren, hatten ähnliche oder höhere Quoten, weiße Männer eher geringere, vor allem jene mit mittelschwerer oder leichter Erkrankung. Diese Unterschiede bei den Weißen verschwanden jedoch, nachdem Ergebnisse aus Gegenden mit Amish People berücksichtigt wurden.

Die Wissenschaftler führen den schulischen Erfolg der hämophilen Männer zumindest teilweise auf die gute, umfassende Versorgung an spezialisierten Hämophilie-Zentren zurück, die das Ziel hat, Komplikationen vorzubeugen und die Teilnahme am Unterricht zu maximieren.

Quelle: Am J Prev Med. 2010;38 (4 Suppl): S489-94