Die Einführung von Gerinnungsfaktorpräparaten mit rekombinantem FVIII (rFVIII) liegt nun schon fast 20 Jahre zurück. Eine Übersichtsarbeit von R. Musso vom Regional Reference Center for Hemophilia and Thrombosis im italienischen Catania fasst in Drugs of Today zusammen, was sich nach dieser Zeit über Sicherheit und Wirksamkeit von rFVIII-Präparaten sagen lässt.

"Der Hauptvorteil der rFVIII-Produkte im Vergleich zu den Plasmaprodukten hängt mit der Produktsicherheit zusammen, da sie die Übertragung von aus dem Blut stammenden Pathogenen praktisch ausschließen", schreibt der Autor.

Heutzutage stelle die Entwicklung der FVIII-Inhibitoren die größte Herausforderung in der Therapie der Hämophilie A dar, wobei zuvor unbehandelte Patienten das höchste Risiko für die Bildung von Hemmkörpern hätten, fährt Musso fort. Die Inzidenzrate von Inhibitoren bei diesen Patienten liegt zwischen 15 und 30 Prozent.

In seinem Review stellt er Ergebnisse klinischer Studien bei zuvor behandelten sowie unbehandelten Patienten sowie Studien zur Postmarketing-Überwachung der vier kommerziell verfügbaren rFVIII-Produkte vor (Recombinate®, ReFacto®, Kogenate® FS/Kogenate® Bayer und ADVATE®).

"Therapien mit rekombinantem FVIII sind hochwirksam, wenn sie nach Bedarf und prophylaktisch eingesetzt werden, und sie haben ausgezeichnete Sicherheitsprofile", unterstreicht Musso. Es habe unter der Gabe von rFVIII keine Berichte zur Viren- oder Prionen-basierten Krankheitsübertragung gegeben.

"Aufgrund der bewiesenen Wirksamkeits- und Sicherheitsprofile empfiehlt eine Reihe von Behandlungsgruppen rFVIII-Produkte als Erstlinientherapie für das Management der Hämophilie A", schließt der Autor.

Quelle: Drugs Today (Barc) 2008; 44 (10): 735-50