NARA (BIERMANN) – Von den schädlichen Antikörpern, die die Faktor-VIII-Aktivität behindern, hat wohl jeder schon gehört, der sich näher mit Hämophilie befasst. Nun aber haben japanische Forscher erstmals einen monoklonalen Antikörper gegen Faktor VIII (mAb216) entdeckt, der die gerinnungsfördernde Aktivität verstärkte.

M. Takeyama von der Nara Medical University und Kollegen fanden sogar dann eine verstärkte Aktivität, wenn gleichzeitig Antikörper anwesend waren, die Faktor VIII neutralisieren. Zudem reduzierte mAb216 die Raten des Verlusts an Faktor-VIII-Aktivität durch Hitzedenaturierung. Der Abbau des aktivierten Faktor VIII wurde ebenfalls um das 2- bis 2,5fache gedrückt.

Die Verstärkung der gerinnungsfördernden Aktivität ist möglicherweise der Zunahme der Thrombin-induzierten Aktivierung von Faktor VIII zuzuschreiben.

Die Zunahme wiederum geht auf die leicht beschleunigte Spaltung des Moleküls an der Aminosäure Arginin an Position 372 und eine engere Interaktion mit der A2-Domäne zurück.

"Diese Befunde könnten neues Licht auf innovative Prinzipien werfen, wie sich die Behandlung von Hämophilie-A-Patienten verbessern lässt", schlussfolgert das Team um Takeyama.

Quelle: Thromb Haemost (2010), 103 (1): 94-102