ISTANBUL (MedCon) – Durch Plaque bedingte Zahnfleischentzündungen zählen bei Hämophilie-Patienten zu den Hauptursachen für orale Blutungen. In einer Studie gingen argentinische Forscher jetzt der Frage nach, wie sich Blutungen, die sich nach dem Ziehen eines Zahnes einstellen, bei Hämophilie-Patienten reduzieren lassen.

Wie die Wissenschaftler um S. Puia von der Nationalen Akademie für Medizin in Buenos Aires beim 28. internationalen Kongress der World Federation of Hemophilia (WFH) in Istanbul berichteten, nahmen sie 30 Patienten mit Hämophilie A (durchschnittlicher Grad fünf bis zehn Prozent), denen mindestens einmal ein Zahn gezogen wurde, in ihre Studie auf.

Die Studiengruppe erhielt eine Parodontalprophylaxe und -therapie, wobei die Patienten drei Wochen lang vor dem Eingriff ihre Zähne dreimal täglich mit einer Triclosan-haltigen Zahnpaste putzten und hinterher den Mund mit reinem Triclosan spülten. Triclosan wirkt antibakteriell. Die Kontrollgruppe erhielt keine derartige Behandlung.

Beim Ziehen des Zahnes erfolgte die lokale Blutstillung mit Bismutsubgallat, und bei der Substitutionstherapie wurden die Protokolle der WFH befolgt.

Den Ergebnissen zufolge erlitt nur ein Patient in der Studiengruppe (sechs Prozent), aber fünf Patienten der Kontrollgruppe (33 Prozent) drei bis vier Tage nach dem Ziehen des Zahnes Blutungen. Alle Komplikationen wurden den Forschern zufolge mit lokaler Blutstillung behandelt.

Der Einsatz von Triclosan vor oralchirurgischen Eingriffen könne ein wirksames Mittel sein, um bei Patienten mit Blutungsstörungen das Blutungsrisiko zu senken, schlussfolgert das Team um Puia.

Quelle: Haemophilia 2008; 14 (Suppl.2), 1-120: 35