Seit mehr als 50 Jahren halten Hämophilie-Zentren geballte Expertise in Sachen Hämophilie-Therapie für Patienten, aber auch Ärzte bereit.
Dazu zählt auch das Fachwissen in Sachen Labortests – Diagnose und Behandlung der Hämophilie hängen ganz entscheidend von akkuraten, nachvollziehbaren Testergebnissen ab.

"Es sind große Anstrengungen unternommen worden, um Faktor VIII- und Faktor IX-Messungen sowie den Nachweis von Inhibitoren zu standardisieren", schreiben Y. Dargaud und C. Negrier vom Hôpital Edouard Herriot, Lyon. Die Molekularbiologie habe die Diagnostik verbessert und es ermöglicht, neue, sicherere Faktor VIII- und Faktor IX-Konzentrate für die Ersatztherapie zu entwickeln.

Dennoch stelle die Phänotypisierung jedes einzelnen Hämophilie-Patienten mit genauer Vorhersage seines Blutungsrisikos und auch des individuellen Ansprechens der Patienten auf die Therapie nach wie vor eine Herausforderung dar.

So interessierten sich Hämatologen in den letzten fünf Jahren zunehmend für Thrombingenerierungstests (TGT). Nach Ansicht von Dargaud und Negrier spiegelt dies den Bedarf an neuen Laborinstrumenten wider, um die gesamte Gerinnungskapazität der Patienten zu evaluieren. In ihrem Artikel beschäftigen sie sich mit nicht erfüllten Laborerfordernissen bei Hämophilie und Anwendungsmöglichkeiten des TGT in der Hämophilie-Behandlung.

Quelle: Haemophilia. 2009 Aug 27. [Epub ahead of print]