Erhalten Patienten mit der häufigsten Form der Hepatitis C zusätzlich zur aktuellen Standardtherapie noch den HCV-Protease-Inhibitor Telaprevir, steigen die Chancen auf eine Heilung – und das in der Hälft der Zeit.

Das Medikament wirkt, indem es ein Enzym blockiert, dass das Hepatitis C-Virus braucht, um sich selbst zu replizieren.

"Wir zeigten, dass die Therapiedauer bei den meisten Patienten von 48 auf 24 Wochen reduziert werden kann", erklärt Dr. Ira M. Jacobson, Koautor der Studie und Chef der Gastroenterologie und Hepatologie am New Yorker Presbyterian Hospital/Weill Cornell Medical Center. "Dies könnte helfen, die potenziell schweren Nebenwirkungen längerer Regime mit der Standardtherapie zu reduzieren."

An der klinischen Phase-IIb-Studie unter Leitung von Dr. John McHutchison vom Duke Clinical Research Institute nahmen 250 Patienten mit unbehandelter Hepatitis C Genotyp 1 teil. Die Wissenschaftler maßen die Raten der anhaltenden viralen Response oder viralen Heilung – wenn das HCV nicht mehr nachweisbar ist – 24 Wochen nach Abschluss der Therapie.

Dabei verglichen sie eine 12-wöchige Behandlung mit Telaprevir in Kombination mit zwei unterschiedlichen Dauern der Standardtherapie aus Peginterferon alfa-2a und Ribavirin. Die Kontrollgruppe erhielt über 48 Wochen ausschließlich die Standardtherapie.

Die Ergebnisse zeigten, dass 67 Prozent der Patienten, die Telaprevir in Kombination mit einer 12-wöchigen Standardtherapie nahmen, gefolgt von weiteren 36 Wochen mit alleiniger Standardtherapie, geheilt wurden. Dauerte die Anschlussphase nur 12 Wochen, waren es immerhin noch 61 Prozent. Im Vergleich dazu waren es in der Kontrollgruppe nur 41 Prozent.

Hinzu kommt, dass der Prozentsatz der Patienten, die in den Gruppen mit Telaprevir (24 bzw. 48 Wochen) rückfällig wurden, mit zwei bzw. sechs Prozent geringer war als die 23 Prozent in der Kontrollgruppe.

Die häufigste genannten Nebenwirkung in den Telaprevir-Gruppen war Hautausschlag. Sie trug dazu bei, dass einige Patienten die Therapie absetzten.

Derzeit laufen am NewYork-Presbyterian/Weill Cornell und anderen Zentren weltweit Studien, um diese Ergebnisse zu bestätigen und möglicherweise zur Zulassung durch die FDA zu führen.

Quelle: NEJM 2009; 360 (18): 1827-38