OTTAWA (MedCon) – Ergebnisse einer kanadischen Studie lassen vermuten, dass es Kindern das Spritzen erleichtern könnte, wenn die betreffende Hautstelle vor der Injektion gekühlt wird.

In dieser Studie, die in der aktuellen Ausgabe des Canadian Medical Association Journal (CMAJ) erschienen ist, benutzten die Mediziner um Dr. Ken J. Farion von der University of Ottawa ein neues Kühlspray, als sie bei Kindern eine Kanüle in einer Vene platzierten. Ein solches Kühlungsspray kann die Haut innerhalb von Sekunden vorübergehend betäuben.

An der Studie nahmen 80 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren teil, die vor dem Legen der Kanüle entweder das Kühlspray oder ein Placebo erhielten. Die Auswertung zeigte, dass das Kühlspray die Schmerzen zwar nur in bescheidenem Maße, aber signifikant reduzierte. Interessanterweise gelang aber mit Kühlungsspray das Legen der Kanüle deutlich häufiger als mit dem Placebo (85,0 gegenüber 62,5 Prozent).

Möglicherweise gibt es zwischen verschiedenen Kühlsprays Unterschiede, denn eine ältere französische Studie konnte bei demselben Vorgang keine Reduktion der Schmerzen nachweisen (Clinical Pediatrics 2006; 45 (7): 628-32).

Der Verfasser eines Kommentars im CMAJ, Prof. K. J. S. Anand von der University of Arkansas for Medical Sciences in Little Rock, verweist auf die Möglichkeit, dass auch althergebrachte Mittel wie ein Eiswürfel auf der Haut die Schmerzen an der Injektionsstelle lindern könnten.

Quelle: CMAJ 2008; 179 (1). doi:10.1503/cmaj.070874. und cmaj.080834.