Eine regelmäßige Prophylaxe, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen und die Betreuung durch Erwachsene vorausgesetzt, ist auch eine intensive sportliche Betätigung bei Kindern mit Hämophilie nicht mit ernsten Blutungskomplikationen verbunden. Das Ausmaß des sportlichen Engagements erlaubt dann auch keine Aussage über die Gesundheit der Gelenke. So lautet das Fazit US-amerikanischer Wissenschaftler in der Zeitschrift Pediatrics.

C. Ross und Kollegen vom regionalen Hämophilie- und Thrombosezentrum der University of Colorado hatten bei 37 Jungen mit schwerer Hämophilie A oder B im Schulalter den Gelenkstatus, den Body Mass Index (BMI), die Hämophilie-Behandlung, Blutungsepisoden, die sportliche Aktivität und das Auftreten von Verletzungen retrospektiv aus den Krankenakten erfasst. Fast drei Viertel der Jungs (73 %) waren sportlich sehr aktiv, 27 Prozent waren eher unsportlich. Allerdings galten 16 Prozent der Kinder aufgrund ihres BMI als übergewichtig, drei Prozent waren sogar fettleibig.

Die Auswertung der Daten ergab, dass Gelenkblutungen und neue Verletzungen bei sportlich sehr aktiven Jungs nicht wesentlich häufiger auftraten als bei den weniger aktiven Studienteilnehmern. In den meisten Fällen trat bei den Kindern weniger als eine Blutung oder Verletzung pro Saison auf, nur ein Kind entwickelte ein neues Zielgelenk. Die statistische Auswertung mittels Regressionsanalyse ergab, dass das Ausmaß sportlicher Aktivität kein signifikanter Prognosefaktor für Gelenkblutungen war.

"Kinder mit Hämophilie, die eine Prophylaxe erhalten, sollten – entsprechende Beaufsichtigung und Vorsichtsmaßnahmen vorausgesetzt – zu sportlicher Aktivität angehalten werden, was angesichts der zunehmend übergewichtigen Jugend insgesamt positive Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte", schreiben die Autoren.

Quelle: Pediatrics. 2009 Oct 12. [Epub ahead of print]