Aufgrund der medizinischen Entwicklung steigt der Bedarf an Blutplasma ständig. Aber immer weniger Menschen in Deutschland spenden Blutplasma. Innerhalb von drei Jahren ging die Anzahl der Spender um mehr als 30 Prozent zurück. Blutplasma ist der wichtigste Grundstoff für viele lebensnotwendige Therapeutika, vor allem für Menschen mit einem angeborenen Immundefekt. Gabriele Gründl, die Bundesvorsitzende der Deutsche Selbsthilfe Angeborene Immundefekte (DSAI): "Das ist eine alarmierende Zahl. Unsere Patienten sind auf das Spenderplasma angewiesen, denn es verfügt über Inhaltsstoffe, die nicht künstlich produzierbar sind."

Prof. Dr. Reinhold E. Schmidt, Direktor der Abteilung Klinische

Immunologie an der Medizinischen Hochschule und Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, bestätigt: "Das gewonnene Plasma wird unter anderem zu Antikörpern, so genannten Immunglobulinen, weiterverarbeitet. Gäbe es immer weniger Plasmaspenden hätte dies dramatische Folgen für die Betroffenen, denn sie könnten nicht mehr therapiert werden."

Doch nicht nur die Patienten mit angeborenen und chronischen

Erkrankungen, wie Immundefekten oder Gerinnungsstörungen ("Bluter") sind auf Plasmaprodukte angewiesen. Die Präparate werden auch in der Notfallmedizin, z. B. bei schweren Verletzungen, Verbrennungen oder akuten Schockzuständen, eingesetzt, um Leben zu retten.

Dabei ist Plasmaspenden einfach: Jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 65 Jahren kann insgesamt 39 Mal im Jahr und bis zu 25 Liter Plasma in örtlichen Plasmazentren spenden.

Blut besteht im Wesentlichen aus Wasser und unzähligen gelösten Teilchen und Zellen. Die festen Bestandteile des Blutes, knapp 45, sind die Blutzellen. Die gelösten Teile, rund 55 Prozent, sind das Blutplasma.

Immunglobuline, körpereigene Eiweißstoffe, tragen zur Abwehr von Krankheitserregern bei. Wenn diese Antikörper fehlen, ist das für die betroffenen Menschen lebensbedrohlich.

www.dsai.de