ISTANBUL (MedCon) – Seit März 2007 setzen Ärzte im spanischen Valencia auf ein computerbasiertes System zur Sammlung von Daten über Blutungsepisoden in Echtzeit.

Wie das Team um Dr. José Antonio Aznar Lucea beim 28. internationalen Kongress der World Federation of Hemophilia in Istanbul berichtete, gelang es mit diesem System, die Kontrolle und damit die Qualität der häuslichen Behandlung hämophiler Patienten zu erhöhen.

Denn dieses System namens HEMOVIL hat den großen Vorteil, dass die Patienten ihre Angaben in Echtzeit über eine Website machen können, was deren Verlässlichkeit erhöht. Eingeführt wurde es von der Abteilung für angeborene Gerinnungsstörungen der Klinik La Fe in Valencia, an der Dr. Lucea tätig ist.

Die zwölf hämophilen Patienten, die das Programm bislang genutzt haben, loggten sich per Computer oder Handy in die Website ein, um die Daten zu ihrer Blutungsepisode einzugeben.

Das Programm bietet für jeden Patienten einen exklusiven Zugang mit Passwort und verfügt über die medizinischen Leitlinien für jede Behandlung. Den Autoren zufolge sind die Blutungsepisoden in chronologischer Reihenfolge registriert, zusammen mit den Daten zum eingesetzten Faktor (Produkttyp, Dosis, Chargen-Nummer, Nummer der Ampullen).

Als die Patienten um eine Einschätzung des von Baxter finanzierten Systems gebeten wurden, bewerteten sie es als leicht zu bedienen, die Identifizierung der Medizin als korrekt, die Auflistung der Lokalisation der Blutungsepisoden als zufriedenstellend und die Beschreibung der Blutungsepisoden (Muskel, Gelenk, Grad der Schmerzen, Grad der Schwellung, Bewegungseinschränkung) als sehr zufriedenstellend.

Quelle: Haemophilia 2008; 14 (Suppl.2), 1-120: 31