Heutzutage wird Patienten mit Hämophilie von den meisten Ärzten ans Herz gelegt, Sport zu treiben. Doch wie sportlich sind Jungen mit schwerer Hämophilie wirklich?

R. Tiktinsky von der Universität Tel Aviv und Kollegen untersuchten diese Frage an 44 Jungen bzw. jungen Männern zwischen zwölf und 25 Jahren.

Die körperliche Aktivität beurteilten sie anhand des Godin and Shephard (G&S)-Fragebogens, bei dem die Befragten angeben, wie oft sie pro Woche Sport treiben und wie sehr sie sich dabei anstrengen.

Das Blutungsprofil ermittelten die Forscher, indem sie die Teilnehmer einen Monat lang Tagebuch führen ließen. Ferner machten sie sich ein Bild von der Muskelkraft der Beine.

Ihre Ergebnisse stellen die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Haemophilia vor. Demnach trieben nur drei Studienteilnehmer keinerlei Sport. Fünfundzwanzig hingegen absolvierten sogar mindestens einmal pro Woche ein anstrengendes Training.

Ein mäßiger inverser Zusammenhang fand sich zwischen dem G&S-Wert und dem Alter: Das heißt, dass die Studienteilnehmer mit zunehmendem Alter etwas weniger körperlich aktiv waren.

Bei der Blutungsfrequenz oder den Schmerzen beobachteten die Wissenschaftler keine bedeutsamen Unterschiede. Einen solchen fanden sie allerdings bei den Ursachen der Blutungen: jene, die eifrig trainierten, zeigten einen höheren Anteil von Blutungen aufgrund von Traumata.

Darüber hinaus fand das Team um Tiktinsky keine Unterschiede bei den Werten für die Muskelkraft in Relation zur Intensität der Aktivität. Auch gab es keinen linearen Zusammenhang zwischen Muskelkraft und Blutungsprofil.

Quelle: Haemophilia 2009; 15 (3): 695-700