ZÜRICH (BIERMANN) – Für junge hämophile Patienten mit schwerer hämophiler Arthropathie stellt der Sprunggelenksersatz eine gute Alternative zur Versteifung (Arthrodese) dar. Zu diesem Schluss kommen Forscher aus der Schweiz. Ihre Studie zeigte dauerhafte Ergebnisse bei einer niedrigen Komplikationsrate.

Bislang gebe es nur wenige objektive Daten zum Einsatz von Totalprothesen des oberen Sprunggelenks (OSG) zur Behandlung der schweren hämophilen Arthropathie, berichtet das Schweizer Forscherteam, lediglich Berichte zu einzelnen Fällen.

Daher untersuchten die Wissenschaftler bei einer Serie von hämophilen Patienten, die mit einer OSG-Totalprothese behandelt wurden, wie das klinische Ergebnis und das Ergebnis im Röntgenbild aussahen.

"Zwischen 1998 und 2009 wurden 14 konsekutive Gelenke bei elf Patienten mit hämophiler Arthropathie mittels einer Totalprothese behandelt", beschreiben die Mediziner um B. Brand von der Universitätsklinik Zürich. Die Mehrzahl der im Schnitt 44 Jahre alten Patienten litt unter Hämophilie A.

Bei allen Patienten wurde mindestens ein Jahr lang beobachtet, ob die Operation erfolgreich war. Dazu wurden sie sowohl sorgfältig klinisch untersucht als auch geröntgt.

Nach einer durchschnittlichen Nachbeobachtung von fünf Jahren (1-12 Jahre) musste bis auf einen Fall keine der OSG-Totalprothesen revidiert werden. Die revidierte OSG-Totalprothese litt unter bemerkenswerter Steifigkeit. "Arthrolyse und Verlängerung der Achillessehne halfen, die Situation zu verbessern", schreibt das Team. Infektionen traten nicht auf.

Die Wissenschaftler suchten auf den Röntgenbildern auch nach Zeichen für eine Lockerung: Eine OSG-Totalprothese zeigte die Anfänge einer aseptischen Lockerung und einer Migration beider Komponenten. Was die Reduktion der Schmerzen und Blutungen anging, so waren alle Patienten zufrieden oder sogar sehr zufrieden.

Quelle: Haemophilia 2010; 16 (Suppl. 4): 98