Mehr als 100 Grippetote in Mexiko, knapp 30 Grippefälle in den USA und Verdachtsfälle nun auch in Europa – die Schweinegrippe hat sich offenbar schnell auf die Reise gemacht.

Ob in all diesen Fällen der mutierte Schweinegrippeerreger vom Typ H1N1 die Krankheitsursache ist, steht bis jetzt allerdings noch nicht fest. Bislang ist er bei 20 Grippetoten in Zentralmexiko nachgewiesen worden. Im ganzen Land werden derzeit fast 2000 Grippekranke in Kliniken behandelt, nachgewiesen wurde das mutierte Virus jedoch erst bei 172 Menschen.

Die globalisierte Gesellschaft macht's möglich: ein Virus, der durch zufällige Mutationen verheerende Folgen hat, bleibt nicht auf einen Ort beschränkt, sondern breitet sich in Windeseile weltweit aus. Ob mit Auto, Schiff oder Flugzeug – ohne penible Kontrollen kann ein leicht übertragbarer Virus jede Entfernung überwinden.

So ist Medienberichten zufolge am Samstag ein aus Mexiko kommender Flugbegleiter der Fluggesellschaft British Airways mit grippeähnlichen Symptomen in ein Krankenhaus in London gekommen. Glücklicherweise spricht der Mann gut auf die Behandlung an.

Zudem ist ein spanisches Paar, das in Mexiko Urlaub gemacht hat, auf Mallorca mit Grippe in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Ein weiterer Fall trat auf dem spanischen Festland auf: Ein aus Mexiko zurückgekehrter Student befindet sich im Südosten Spaniens in einer Klinik in Quarantäne.

Zwei britische Patienten waren am Wochenende nach einer Mexiko-Reise mit leichten grippeähnlichen Symptomen in ein Krankenhaus in Airdrie nahe Glasgow in Schottland gekommen. Sie befinden sich auf einer Isolationsstation und erholen sich gut.

Auch für das AIDS-Virus wurde lange angenommen, es sei durch einen kanadischen Steward nach Nord-Amerika gelangt. Mindestens 40 der 248 Personen, deren HIV-Infektion im Jahr 1983 bekannt war, hatten mit ihm sexuelle Kontakte gehabt. Mittlerweile wird eher vermutet, dass es durch einen Immigranten aus Haiti, der in den frühen Jahren im Kongo gearbeitet hat, den Weg nach Nord-Amerika fand.

Viralen Infektionen – ob mit dem Erreger der Schweinegrippe oder HIV – lässt sich durch Vorsicht am besten vorbeugen: Aktuelle Bilder aus Mexiko zeigen Menschen mit Atemschutz, die sich auf diese Weise vor Tröpfcheninfektionen mit dem Grippe-Erreger schützen wollen.

Wie der beste Schutz vor HIV aussieht, ist lange bekannt: Safer Sex und – speziell für Hämophilie-Patienten – die Verwendung sicherer Faktor VIII- bzw. Faktor IX-Präparate. Dabei sind vor allem die rekombinanten Präparate zu nennen, die nicht nur Schutz vor bekannten Gefahren bieten, sondern auch vor neuen unbekannten Viren oder anderen Krankheitserregern. Im Markt gibt es heute Präparate, die komplett auf Zusätze menschlichen oder tierischen Ursprungs verzichten.