Mehr als zwei Drittel aller Hämophilie-Patienten leiden unter Rückenschmerzen, die viele Betroffene stärker einschränken als die Symptome ihrer Grunderkrankung. Dies geht aus einer Untersuchung Bonner Wissenschaftler hervor.

So fanden die Wissenschaftler um Prof. Axel Seuser von der Kaiser-Karl-Klinik in Bonn bei einer Literaturstudie, dass alle Patienten der fünf ausgewerteten Veröffentlichungen aufgrund von Blutungen Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule oder Ischiasprobleme zeigten.

Eine eigene Befragung von 49 Patienten mit Hämophilie ergab, dass 70 Prozent aller befragten Hämophilen schon einmal Rückenschmerzen hatten. Die Schmerzen wurden dabei als signifikant eingestuft und lagen auf der visuellen Analogskala zwischen 40 und 70.

Vierzig Prozent aller Befragten gaben außerdem an, die Rückenschmerzen als stärker einschränkend zu empfinden als die Symptome, die mit der Hämophilie verbunden sind.

"Patienten mit Hämophilie klagen kaum und haben gelernt, mit Schmerzen zu leben. Die Behandlung von Rückenschmerzen bei Patienten mit Hämophilie wird zunehmend wichtiger und eine Aufgabe der Hämophiliezentren – insbesondere wenn die hämophilietypischen Probleme durch deutlich verbesserte Behandlungsstandards rückläufig werden", fassen die Autoren die Ergebnisse ihrer Untersuchung zusammen.

Quelle: Hämostaseologie 2008; 28 (4a): 50-1

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