Bei Kleinkindern lässt die Beschaffenheit der Venen eine reibungslose Prophylaxe nicht immer zu. Abhilfe kann ein "implantierbares zentralvenöse Katheterverweilsystem" schaffen, kurz auch "Port" genannt.

Ein solches Port-System besteht aus einer Kammer (aus Kunststoff, Metall oder Keramik), die meist vor dem großen Brustmuskel unter der Haut implantiert wird. Von der Kammer aus führt ein Katheter (Schlauch) in eine große Vene – meist die obere Hohlvene. Die Kammer ist mit einer Silikonmembran verschlossen, durch die mit speziellen Nadeln hunderte Male Faktor VIII gespritzt werden kann.

Forscher um Dr. Meena Upadhyaya vom University Hospital of Wales in Cardiff haben sich nun angesehen, wie zuverlässig diese Ports langfristig funktionieren. Insgesamt nahmen sie rückblicken 44 Ports unter die Lupe, die 31 Kindern zwischen 1991 und 2006 eingesetzt worden waren.

"Acht (18 Prozent) sind noch an Ort und Stelle und funktionieren gut", schreibt das Team. Vierzehn (31,8 Prozent) seien entfernt worden, als das Kind in der Lage war, zu Injektionen in periphere Gefäße zurückzukehren.

Aufgrund von Komplikationen mussten 22 (50 Prozent) entfernt und bei den meisten Kindern ersetzt werden. Der erste Port blieb im Schnitt etwa 51 Monate liegen. Lebensbedrohliche Komplikationen beobachteten die Wissenschaftler zum Glück nicht.

"Port-Systeme funktionieren bei Kindern mit Hämophilie über lange Zeit gut – bei einer relativ geringen Komplikationsrate – und können dem Kind über eine schwierige Phase (im Hinblick auf den Gefäßzugang) hinweg helfen", bilanzieren die Autoren.

Quelle: Pediatr Surg Int. 2009; 25 (6) :503-6

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