PEKING (Biermann) – In einer aktuellen Pilotstudie wurde der Effekt von mäßig intensiver sportlicher Aktivität auf die Faktor VIII (FVIII)-Aktivität und den allgemeinen Status der Blutstillung (Hämostase) bei Kindern mit schwerer Hämophilie A untersucht.

Dazu trainierten elf Jungen zwischen sechs und 15 Jahren mindestens zehn Minuten auf dem Cross-Trainer, nachdem sie die angestrebte Herzfrequenz erreicht hatten oder – unter sicheren Rahmenbedingungen – freiwillig bis zur Erschöpfung.

Vor und nach dem Training nahmen die Wissenschaftler um KX Li vom Peking Union Medical College Hospital Blutproben, um die koagulatorische Aktivität von Faktor VIII (plasma FVIII:C), Parameter der sogenannten Thromboelastographie (TEG) und den Koagulationsindex zu bestimmen. Bei der TEG wird die Stabilität des gebildeten Gerinnsels gemessen.
Das Training dauerte im Schnitt 11,8 Minuten (Spanne 10-13). Blutungen oder andere nachteilige Symptome, die einen Abbruch des Tests erfordert hätten, traten nicht auf.

Wie die Wissenschaftler berichten, lag die durchschnittliche FVIII-Aktivität der elf Kinder vor dem Training bei 0,66 (0,5-0,8) IE/dl und danach bei 0,93 (0,5-2,3) IU/dl. Der Anstieg von FVIII bei den elf Kindern der Gruppe war allerdings statistisch nicht signifikant.

Signifikante Veränderungen beobachteten Li und Kollegen jedoch bei den TAG-Messungen und dem Koagulationsindex: So betrug der relative Anstieg dieses Index nach dem Training bei sieben Kindern (63,6%) über 50%, bei drei Kindern (27,3%) weniger als 20% und bei einem Kind (9,1%) bei weniger als zehn Prozent.

„Die TEG-Analyse zeigte, dass die allgemeine Blutstillungsfunktion bei Kindern mit schwerer Hämophilie A nach mäßig intensivem Training gestärkt sein kann“, schlussfolgern die Forscher aus den Ergebnissen ihrer Pilotstudie.

Quelle: Blood Coagul Fibrinolysis. 2015 Dec 11. [Epub ahead of print]; www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26656895