Behinderte Menschen, die das Persönliche Budget in Anspruch nehmen, sollen auch eine neutrale und kostenlose Budgetberatung und Begleitung erhalten. Dies forderten Vertreter von Selbsthilfeorganisationen Mitte September anlässlich einer Tagung.

Seit Anfang 2008 können Menschen mit einer Behinderung an Stelle der bisherigen Sachleistungen ein Persönliches Budget wählen. Sie erhalten dafür regelmäßig einen bestimmten Geldbetrag, mit dem sie ihre benötigten Hilfen eigenverantwortlich einkaufen können.

Nach Angaben der Selbsthilfevertreter fördere dieses Vorgehen die Selbstständigkeit behinderter Menschen, allerdings sei damit auch die Eigenverantwortung und die Anforderungen an die persönlichen Lebenskompetenzen gestiegen. Viele Budgetnehmer seien deshalb bei der Antragsstellung auf ein Persönliches Budget oder bei den Preisverhandlungen vor dem Vertragsabschluss überfordert.

Daraus resultierende Ängste sowie knapp bemessene Budgets führen nach Ansicht der Selbsthilfevertreter zu einer bislang noch zögerlichen Inanspruchnahme der neuen Leistungsform. Abhilfe kann nach Ansicht der Selbsthilfevertreter nur eine persönliche Beratung und Begleitung durch unabhängige Organisationen aus dem Bereich der organisierten Selbsthilfe schaffen, die sich ausschließlich dem Wohl behinderter Menschen verpflichtet sehen.

"Aufgrund dieser kompetenten Beistandschaft lässt sich das Vertrauen in das Persönliche Budget steigern und es kann tatsächlich zu einem Erfolgsmodell werden", sagte Alexander Zoller, Geschäftsführer der Landesarbeitsgruppe Selbsthilfe Baden-Württemberg.

Quelle: BAG Selbsthilfe, 16.09.2008

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