Der Schöpfer des Klon-Schafs "Dolly", der britische Wissenschaftler Ian Wilmut, erhält den mit 100.000 Euro dotierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2005. Wilmut werde für seine bahnbrechenden Experimente ausgezeichnet, die zum ersten Klonen eines Säugetiers führten, teilte die Paul Ehrlich-Stiftung am Dienstag in Frankfurt mit.

"Diese wissenschaftlichen Versuche haben die Visionen in der Embryologie grundlegend verändert." Die Geburt von "Dolly" habe neue Fragen aufgeworfen, die insbesondere für die Krebsforschung interessant seien, heißt es in der Mitteilung.

"Durchbruch in der Grundlagenforschung"

"Dolly" sei ein bedeutender Durchbruch in der Grundlagenforschung gewesen, vor allem für die künftige Stammzellbiologie, sagte Prof. Bernd Fleckenstein von der Universität Erlangen-Nürnberg, der dem Stiftungsrat angehört. Der Preis wird am 14. März, dem Geburtstag Paul Ehrlichs, in der Frankfurter Paulskirche übergeben.

Wilmut, der am Roslin-Institut im schottischen Edinburgh arbeitet, wurde am 7. Juli 1944 in England geboren und studierte Landwirtschaft und Biologie. Seit Ende der siebziger Jahre beschäftigt er sich mit Embryologie und Biochemie auf dem Gebiet der Genforschung. Berühmt wurde er, als er 1997 das Schaf "Dolly" vorstellte. Zum ersten Mal war es gelungen, eine genetisch vollkommen identische Kopie eines Lebewesens aus den Erbinformationen einer einzelnen Körperzelle eines älteren Tieres herzustellen. Es folgten weitere Klon-Tiere, darunter Rinder, Mäuse und Schweine.

Wilmut will auch Menschen klonen

Im September dieses Jahres beantragte Wilmut eine Lizenz zum Klonen menschlicher Embryonen. Damit will er nach eigenen Angaben Therapien gegen tödliche Nervenleiden entwickeln. Er versicherte, sein Team wolle keine geklonten Babys produzieren. So genanntes therapeutisches Klonen zu Forschungszwecken ist in Großbritannien erlaubt.

Das Preisgeld stammt je zur Hälfte aus Spenden von Unternehmen und vom Bundesgesundheitsministerium. Dem Stiftungsrat der 1929 gegründeten Paul Ehrlich-Stiftung gehören 14 Wissenschaftler aus fünf Ländern an, die über die Preisträger entscheiden.

Text: FAZ.net/lhe.