Um Patienten mit Inhibitoren nicht zu gefährden, wird bei ihnen in der Regel jede Operation, die nicht unbedingt nötig ist, vermieden.

In der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Haemophilia plädiert aber nun ein kanadisches Forscherteam dafür, die Schwelle für orthopädische Operationen zu senken, da diese Eingriffe – die anderen Hämophilie-Patienten routinemäßig angeboten werden – die Lebensqualität der Betroffenen stark verbessern können.

Wie Dr. Jerome M. Teitel von der University of Toronto und seine Kollegen argumentieren, lägen mittlerweile lange Erfahrungen mit sicheren und wirksamen Bypassing-Substanzen vor, speziell dem rekombinanten aktivierten Faktor VII und dem aktivierten Prothrombinkomplex-Konzentrat.

In ihrem Artikel besprechen sie die hämatologischen, chirurgischen und rehabilitativen Erwägungen, die bei orthopädischen Operationen bei Hämophilie-Patienten mit Inhibitoren relevant sind und geben Empfehlungen zur Durchführung solcher Eingriffe.

Quelle: Haemophilia 2009; 15 (1): 227-39