Auf der Suche nach Wegen, wie sich Hemmkörper gegen Faktor VIII (FVIII) noch besser austricksen lassen, haben Pathologen des University of Texas Health Science Center in Houston ein chemisch modifiziertes Molekül entwickelt, den elektrophilen FVIII (E-FVIII).

In Labortests konnte das Team um Stephanie Planque zeigen, dass E-FVIII diese Antikörper neutralisierte. Ihre Befunde veröffentlichten die Forscher kürzlich im Journal of Biological Chemistry.

"Es ist ein zweistufiger Prozess", erklärt Seniorautor Dr. Dr. Sudhir Paul. Der E-FVIII inaktiviere die Antikörper, die die Blutgerinnung hemmen. "Sind die Antikörper einmal aus dem Weg geräumt, kann zusätzlicher FVIII injiziert werden", beschreibt er den Ansatz seines Teams.

Bei ihren Untersuchungen verwendeten die Wissenschaftler Blut, das acht hämophile Patienten mit FVIII-resistenter Hämophilie A gespendet hatten. Derzeit steht zur Behandlung derart betroffener Patienten bereits die Bypass-Therapie mit FEIBA oder rFVIIa zur Verfügung.

Laut Paul sind auf der nächsten Stufe klinische Studien geplant. "E-FVIII ist eine Substanz der ersten Generation. Weitere genetische und chemische Manipulationen werden möglicherweise dabei helfen, verbesserte E-FVIII-Analoga zu entwickeln", schreibt der Autor.

Die Forschungsarbeit wurde von den Hemophilia Associations of New York and Georgia und den National Institutes of Health unterstützt.

Quelle: J. Biol. Chem. 2008; 283 (18): 11876-86

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