Die Grundlage dafür haben Forscher des Fraunhofer-Instituts für Biomedizinische Technik (IBMT) in Sankt Ingbert in einem EU-Projekt gelegt, unter anderem mit der ägyptischen Firma VACSERA, der Mivitec GmbH, der Gesellschaft zur Förderung der Analytischen Wissenschaften ISAS in Dortmund und der Hochschule Lausitz

In Ägypten fahren Ärzte durch Städte und Dörfer, um bei Freiwilligen in einem Laborbus Spenderblut zu sammeln. Das Problem dabei: 25 Prozent der gesammelten Proben enthalten Krankheitserreger – etwa HIV, Hepatitis oder Syphilis – und sind damit für Bluttransfusionen nutzlos.

Mit dem neuen Schnelltest können die Ärzte künftig anhand weniger Tropfen die Eignung des potenziellen Spenders überprüfen. Sie nehmen ihm nur dann Blut ab, wenn sie keine Infektion nachweisen können. Herkömmliche Schnelltests eignen sich meist nicht für den mobilen Einsatz.

"Unser Konsortium hat einen Glaschip entwickelt, auf dem sich Antikörper befinden. In diesem Chip werden winzige Oberflächenschwingungen erzeugt. Bindet das gesuchte Virus an einen Antikörper, ändert sich die Schwingung", sagt Dr. Thomas Velten, Abteilungsleiter am IBMT.

Das Verfahren ist nicht neu, der entwickelte Chip bietet jedoch Vorteile: Üblicherweise gibt es nur ein Messfeld und ein paar Millimeter daneben ein Referenzfeld. Dort kann die Temperatur jedoch wieder anders sein.

Beim neuen Chip sind Mess- und Referenzfelder in schmale Streifen unterteilt, die jeweils dicht nebeneinander angebracht sind. Somit ist der Chip robuster gegen Temperaturschwankungen. Zudem besteht er aus vier Analysequadraten: Daher lassen sich pro Untersuchung statt einem nun vier verschiedene Erreger gleichzeitig im Blut nachweisen.

Bislang war es gerade bei den Untersuchungen im Bus für die Labormitarbeiter problematisch, den Kontakt mit dem Blut zu vermeiden und sich vor Ansteckungen zu schützen. Die Forscher vom IBMT haben den Chip daher verkapselt. "Die Verkapselung sorgt dafür, dass das Blut auf definierte Art und Weise über den Chip fließt, und schützt den Anwender", sagt Velten.

Einen ersten Prototyp des Messgeräts stellen die Forscher auf der Messe Medica vom 18. bis 21. November in Düsseldorf vor (Halle 10, Stand 10F05). Etwa drei Jahre wird es wohl noch dauern, bis das Gerät auf den Markt kommen könnte.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft, 02.10.2009