Bei chronischer Hepatitis-C-Infektion erlaubte bislang nur die Leberbiopsie die Beurteilung der Krankheitsprogression. Nun ist es Wissenschaftlern der Ruhr-Universität Bochum gelungen, den Grad der Leberfibrose nur mit Hilfe einer Blutprobe abzuschätzen.

Dr. Barbara Sitek vom Medizinischen Proteom-Center und ihre Kollegen hatten nach Stoffen gesucht, die im Blut nachweisbar sind und Rückschlüsse auf den Zustand der Leber erlauben. Dabei versuchten sie herauszufinden, welche Proteine das Lebergewebe in welchem Krankheitsstadium charakteristischerweise produziert. Durch Kombination hochempfindlicher Messmethoden war es dabei möglich, auch geringste Probenmengen von nur 3500 Zellen zu analysieren.

In einem umfangreichen Probenkontingent von Patienten des Kompetenznetzes Hepatitis (HepNet) gelang es den Wissenschaftlern schließlich, das Protein MFAP4 als Biomarker mit hoher diagnostischer Genauigkeit zu identifizieren.

Künftig soll es daher genügen, eine Blutprobe eines Patienten zu analysieren, um sowohl das Stadium seiner Lebererkrankung zu diagnostizieren als auch den Erfolg einer Therapie bei Hepatitis C zuverlässig zu verfolgen, sind die Wissenschaftler optimistisch.

Quellen: Hepatology, Online-Veröffentlichung vom 2. Dezember 2008, Pressemitteilung der Ruhr-Universität Bochum vom 7. Januar 2009