CAMBRIDGE/USA (BIERMANN) – Ein neues Medikament, das sich noch in der Entwicklung befindet und die Therapie der Hepatitis C verkürzen soll, war bei 75 Prozent der zuvor unbehandelten Patienten erfolgreich. Das teilte die Herstellerfirma Vertex Pharmaceuticals am 25. Mai mit.

Der neue Wirkstoff heißt Telaprevir und hemmt eine Protease des Hepatitis-C-Virus (HCV). Dieses Enzym ist für die Vermehrung von HCV wichtig. Bei den Patienten, die es zwölf Wochen lang in Kombination mit der Standardtherapie aus pegyliertem Interferon und Ribavirin erhielten, gefolgt von entweder 12 oder 36 Wochen Standardtherapie, erzielten 75 Prozent ein anhaltendes virologisches Ansprechen – was einer Heilung gleichkommt.

Zum Vergleich: In der Gruppe mit der üblichen Standardtherapie über 48 Wochen betrug die Rate nur 44 Prozent.

In einem anderen Arm der Studie erhielten Patienten die Kombitherapie mit Telaprevir über nur acht Wochen, gefolgt von 16 oder 40 Wochen Standardtherapie – hier erzielten laut Hersteller 69 Prozent der Patienten ein anhaltendes virologisches Ansprechen.

Auch die Raten, mit denen das Virus nach seinem "Verschwinden" erneut auftrat, waren in den Telaprevir-Gruppen geringer: 8,6 Prozent (12 Wochen Telaprevir) bzw. 9,5 Prozent (acht Wochen Telaprevir) gegenüber 28 Prozent unter den Standardmedikamenten.

Allerdings war auch das neue Medikament nicht ohne Nebenwirkungen, darunter Fatigue, Anämie, Juckreiz, Ausschlag, Übelkeit und Kopfschmerzen: In der Gruppe, die es zwölf Wochen lang erhielt, brachen 6,9 Prozent deshalb die Therapie ab, in der Gruppe mit achtwöchiger Therapie waren es 7,7 Prozent – verglichen mit 3,6 Prozent unter der Standardtherapie.

Mit dem Wirkstoff Boceprevir befindet sich derzeit noch ein weiteres, ähnliches Medikament in der Entwicklung (Hersteller: Merck & Co.). Der Hintergrund: Die aktuelle Standardtherapie muss oft über 48 Wochen laufen und heilt nur 40 bis 50 Prozent der Patienten. Da sie oft grippeartige Symptome auslöst, brechen viele Patienten die Therapie vorzeitig ab.