Forschern der LMU in München sind Fortschritte bei einem neuen Therapieansatz gegen Leberentzündungen gelungen: Im Tiermodell konnten sie den Transkriptionsfaktor NF-kB in Kupfferzellen der Leber einschleusen und damit schwere Leberschäden verhindern.

Der Transkriptionsfaktor sei "eine äußerst attraktive Zielstruktur für Wirkstoffe, die potent gegen Leberentzündungen vorgehen", erklärte Prof. Angelika Vollmar, Pharmazeutin an der LMU.

"Einen Haken gibt es aber: NF-kB wird in zwei Typen von Leberzellen produziert. Die Leberparenchymzellen schützt er vor Schädigung und Zelltod und ist damit wichtig für das Überleben des ganzen Organs. Zu Entzündungen führt er nur in den immunologisch aktiven Kupfferzellen, wo er selektiv blockiert werden sollte." Denn hier kann die Entzündung ein lebensbedrohliches akutes Leberversagen auslösen.

In ihrer Studie banden die Forscher deshalb kleine Moleküle, die NF-kB abfangen können, an winzige Nanopartikel, die nur von Kupfferzellen aufgenommen werden. "Im Tiermodell konnten wir akute Leberentzündungen sehr spezifisch hemmen", sagt Vollmar. "Zudem erlaubt uns dieser Ansatz, die molekularen Entzündungsmechanismen besser zu untersuchen – möglicherweise auch ihre Rolle bei der Entstehung von Lebertumoren."

Die akute Entzündungsreaktion der Kupfferzellen kann prinzipiell mit Hilfe generell wirkender Medikamente behandelt werden. Dann wird NF-kB aber auch in den Leberparenchymzellen gehemmt, was das Überleben und die Regeneration der ganzen Leber gefährdet.

"Gewünscht ist deshalb eine selektive Wirkung gegen NF-kB in den Kupfferzellen, die sich nicht auf die Hepatozyten auswirkt", erklärte Vollmar. "Bislang war das technisch nicht möglich."

Quellen: LMU München, 29.5.2009; GUT online, 26. Mai 2009

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