Wie bewerten hämophile Patienten ihre Zahngesundheit und wie wirkt sich dies auf ihre Lebensqualität aus? Das wollten türkische Forscher jetzt wissen.

"Die klinische Diagnose von Zahnerkrankungen weist möglicherweise auf ihre Ursache und Prognose hin, gibt jedoch wenig Informationen über die daraus resultierenden Grade an Beeinträchtigung aus Sicht der Patienten", beschreibt das Team um Esra Alpkilic Baskirt von der Universität Istanbul den Hintergrund der Studie.

Daher bestand das Ziel der Wissenschaftler darin, die mit der oralen und allgemeinen Gesundheit zusammenhängende Lebensqualität (OHRQoL bzw. HRQoL) hämophiler Patienten zu testen. Ferner wollten sie wissen, ob Hämophile verglichen mit der allgemeinen Bevölkerung im Zusammenhang mit der Mundgesundheit eine bessere Lebensqualität haben.

Befragt wurden 71 hämophile Patienten zwischen 14 und 35 Jahren und 60 passend ausgewählte Kontrollpersonen. Diese mussten in persönlichen Interviews verschiedene Fragen beantworten bzw. Fragebögen ausfüllen.

Was die Bewertung der Mundgesundheit durch den Patienten selbst, den wahrgenommenen Bedarf an zahnärztlicher Behandlung, Zahnputzhäufigkeit, die gesundheitsbezogene Lebensqualität sowie diverse weitere Punktwerte anging, die sich aus den Fragebögen ergaben, so war die Kontrollgruppe im besseren Zustand als die Hämophilie-Gruppe.

Zur gleichen Zeit waren die beiden Gruppen im Hinblick auf Zahnarztbesuche, Vitalität, emotionale Rolle und seelische Gesundheit in gutem Zustand.

"Die Lebensqualität hängt mit der wahrgenommenen Diskrepanz zwischen der Realität dessen, was jemand hat, und dem Konzept davon, was diese Person wünscht, braucht oder erwartet zusammen", schließen die Wissenschaftler.

"Um dieses Dilemma auf dem Gebiet der Gesundheit zu eliminieren, sollten wir das Leben der Hämophilen erleichtern, indem wir der Gesundheitsversorgung unter einem multidisziplinären Blickwinkel dienen", ergänzen sie.

Quelle: Haemophilia 2008; online erschienen am 23. Oktober

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