TERESINA (Biermann) – Bei weitem nicht jeder Zahnarzt ist mit Blutungsstörungen vertraut. Zumindest in Brasilien wirkt sich dies offenbar nachteilig auf die Mundgesundheit von hämophilen  Kindern und Teenagern aus. Da es im Bereich der Mundhöhle viele Gefäße gibt, ist eine spezielle zahnärztliche Versorgung erforderlich.

Die Forscher um Lidiane de Morais Evangelista von der Federal University of Piauí in Teresina/Brasilien untersuchten die Mundgesundheit von 40 Kindern und Jugendlichen zwischen einem und 18 Jahren. Dabei erhoben sie Daten mittels eines Fragebogens zu sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Ausgewertet wurden kariöse, fehlende und plombierte Milch- und bleibende Zähne sowie Zahnfleischbluten.

In Bezug auf Karies ermittelten die Forscher Punktwerte von 3,4 auf dem sogenannten dmft-Index für das Milchzahngebiss und einen DMFT-Index von 0,9 für das „gemischte“ Gebiss aus Milch- und bleibenden Zähnen und von 2,9 für die bleibenden Zähne.

„dmft“ beziehungsweise „DMFT“ steht als Abkürzung für die entsprechenden englischen Begriffe, wobei sich die Kleinschreibung auf Milchzähne und die Großschreibung auf bleibende Zähne bezieht: decayed, missing and filled teeth (kariöse, fehlende und gefüllte Zähne).

Der Mittelwert des Index für Zahnfleischbluten war in allen drei Phasen der Gebissentwicklung ähnlich (im Durchschnitt 1,74).

Aus diesen Werten zogen die Wissenschaftler die Schlussfolgerung, dass die Mundgesundheit der hämophilen Kinder nicht zufriedenstellend war.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 08. Mai 2015; dx.doi.org/10.1111/hae.12717