Wie lassen sich Arthropathien bei hämophilen Patienten am besten aufspüren? Das wollten chinesische Wissenschaftler jetzt wissen und verglichen die Bildgebung mit Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT) und Röntgen.

Mit diesen Verfahren untersuchten sie 41 symptomatische Gelenke bei 14 Jungen bzw. Männern mit Hämophilie zwischen elf und 24 Jahren (Durchschnittsalter 17,5 +/- 3,9 Jahre). Dabei machten Dr. Wie W. Yu vom Peking Union Medical College Hospital und Kollegen die Bilder von jedem Gelenk am selben Tag.

Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind am 10. Juni online in der Fachzeitschrift Haemophilia erschienen. Sie belegen, dass bei der Beurteilung von Gelenkschäden bei Hämophilie die MRT der CT und dem herkömmlichen Röntgen überlegen ist. Daher sollte sie als Methode der ersten Wahl betrachtet werden.

Schwellungen des Weichgewebes oder Gelenkergüsse wurden auf den Röntgenbildern in 33 Gelenken beobachtet, mit CT und MRT in 34 Gelenken. Erosionen des Gelenks wurden mit MRT in 34 Gelenken beobachtet, mit CT in 33 und auf den Röntgenbildern in 20 Gelenken. Gelenkzysten waren im MRT in 21 Gelenken sichtbar, in 18 mit CT und in neun auf den Röntgenbildern.

Ging es also um Unterschiede beim Nachweis von Erosion und Zysten, unterschieden sich Röntgen und CT sowie Röntgen und MRT deutlich. Hingegen gab es keinen bedeutsamen Unterschied zwischen CT und MRT. Die MRT erkannte die Stellen sowohl mit Erosion als auch von Zysten besser als CT und Röntgen, während CT immerhin noch besser als Röntgen war.

MRT, CT und Röntgen seien gleichermaßen effektiv gewesen, um Veränderungen durch übermäßiges Wachstum der Epiphysen in 26 Gelenken zu zeigen, Verengungen des Gelenkspaltes bei 14 Gelenken und geweitete Kreuzbandhöhlen in 20 Kniegelenken, schreiben die Wissenschaftler.

Jedoch entdeckte ausschließlich die MRT Risse in 17 vorderen und 13 hinteren Kreuzbändern in den 20 Kniegelenken mit geweiteten Kreuzbandhöhlen. Ein Knochenmarksödem in 14 Gelenken, Blutungen in 34 Gelenken und Vergrößerung der Gelenkinnenhaut (Hypertrophie der Synovialis) in 27 Gelenken wurden auf den MRT-Bildern sichtbar – nicht aber in der CT oder im Röntgen.

Quelle: Haemophilia. 2009 Jun 10. [Epub ahead of print]