Die Plasmaspiegel von rekombinantem Faktor VIII (rFVIII) bei der Behandlung der schweren Hämophilie A können anhand des Thrombin-Bildungstests gemessen werden. Die Genauigkeit dieses Ergebnisses lässt sich laut einer neuen Studie durch den Zusatz des Proteins Thrombomodulin präzisieren.

Zu diesem Ergebnis kommen niederländische Wissenschaftler um A. W. Dielis von der Universität Maastricht. Ihr Artikel hierzu ist in der September-Ausgabe der Fachzeitschrift Haematologica erschienen.

In der Natur ist Thrombomodulin als Rezeptor für Thrombin sozusagen in die Membran der Endothelzellen, die die Blutgefäße auskleiden, eingebaut. Indem es die Fähigkeit von Thrombin, Protein C zu aktivieren, tausendfach verstärkt, nimmt es eine Schlüsselrolle in der Blutgerinnung ein.

Für ihre Untersuchung entnahmen die Wissenschaftler zwölf Patienten mit schwerer Hämophilie A eingangs sowie 15 Minuten, 1, 3, 6, 24 und 48 Stunden nach der Gabe von rekombinantem FVIII Blutproben. Die Plasmakonzentrationen von FVIII wurden chromogen bestimmt und die Bildung von Thrombin mit und ohne Thrombomodulin gemessen.

Die Auswertung ergab, dass die durch Thrombomodulin modifizierte Thrombinbildung die Plasma-FVIII-Spiegel besser vorhersagte als die Thrombinbildung ohne den Zusatz von Thrombomodulin. Ferner beobachteten die Forscher, dass der Zusatz von Thrombomodulin merkliche Effekte auf alle Parameter der Thrombinbildung zeigte.

Quelle: Haematologica. 2008; 93 (9): 1351-7

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