An Knorpelgewebe in der Kulturschale konnten niederländische Forscher jetzt zeigen, dass Interleukin-10 möglicherweise vor den gewebsschädigenden Effekten von Gelenkblutungen schützen könnte.

"Trotz prophylaktischer Behandlung leiden Hämophilie-Patienten unter spontanen Gelenkblutungen, die zu schweren Gelenkschäden führen", schildern N. W. Jansen vom Universitair Medisch Centrum in Utrecht und Kollegen den Hintergrund ihrer Untersuchung. Auch können nach Traumen an einem Gelenk Blutungen innerhalb des Gelenks mit der Zeit zu Gelenkschäden beitragen.

Auf der Suche nach möglichen Maßnahmen, die den schädigenden Effekten von Gelenkblutungen vorbeugen oder sie begrenzen, untersuchten die Wissenschaftler Interleukin-10 (IL-10).

Zu diesem Zweck kultivierten sie Proben von menschlichem Knorpelgewebe in An- oder Abwesenheit von 50-prozentigem Blut (oder seinen zellulären Komponenten) vier Tage lang (die Zeit, die nach einer Blutung im Gelenk zu erwarten wäre). Anschließend folgte eine zwölftägige Erholungsphase. Interleukin-10 wurde in Konzentrationen von 1 oder 10 Nanogramm pro Milliliter zugesetzt.

Ferner kultivierten die Forscher Knorpel- und Synovialgewebe aus Gelenken mit hämophiler Arthropathie im Endstadium in Anwesenheit von IL-10 (10 ng/ml).

Wie die Auswertung zeigte, schützte IL-10 Knorpel vor den schädigenden Effekten des Kontakts mit Blut. Zudem wirkte sich IL-10 vorteilhaft auf den Knorpel der Patienten mit hämophiler Arthropathie aus

"Dies zusammengenommen – auch wenn die Effekte im Reagenzglas erzielt wurden -, schützt IL-10 vor Gelenkschäden durch Blut und sollte als Kandidat für die Therapie gewebsschädigender Effekte von Gelenkblutungen näher untersucht werden", schlussfolgert das Team um Jansen.

Quelle: Br J Haematol. 2008 Jul 14. [Epub ahead of print]

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