MADRID (Biermann) – Bei der „normalen“ Arthrose, deren Ursprung in der Regel unklar ist, haben Injektionen mesenchymaler Stammzellen in die Gelenke schon ermutigende Erfolge gezeigt. Daher befasste sich jetzt Prof. Carlos Rodriguez-Merchan vom La Paz Universitätsklinikum in Madrid in einem Experten-Review mit der Frage, ob sie sich möglicherweise auch zur Behandlung der hämophilen Arthropathie – der Gelenkschädigungen infolge von Gelenkblutungen – eignen könnten.

Die Ähnlichkeit zwischen Arthrose und hämophiler Arthropathie sei sehr begrenzt, schreibt Rodriguez-Merchan. Die hämophile Arthropathie ähnelt aufgrund des Vorliegens einer dicken Gelenkinnenhaut und einer starken Infiltration durch Lymphozyten viel stärker der rheumatoiden Arthritis.

In den finalen Stadien jedoch, so gibt er zu bedenken, entspreche die hämophile Arthropathie eher der Arthrose – und dies sei der Zeitpunkt, an dem zumeist Injektionen mesenchymaler Stammzellen in die Gelenke erfolgten.

Bislang sind bei hämophiler Arthropathie lediglich zwei experimentelle Studien publiziert worden. Diese stellten fest, dass die Stammzell-Injektionen bei hämophiler Arthropathie wie bei Arthrose zur Schmerzlinderung wirksam zu sein scheinen. Damit sei zur Behandlung der hämophilen Arthropathie der Einsatz von Injektionen mesenchymaler Stammzellen in die Gelenke eine vielversprechende Therapiemodalität.

Quelle: Expert Rev Hematol. 2016 Jun 27:1-5. [Epub ahead of print]

Rodriguez-Merchan EC: Intra-articular injections of mesenchymal stem cells (MSCs) as a treatment for hemophilic arthropathy.