MONTPELLIER (Biermann) – Die Zeiten, in denen Jungen und Männern mit Hämophilie geraten wurden, ihre Freizeit lieber auf dem Sofa zu verbringen, gehen langsam, aber sicher zu Ende. Immer mehr werden bereits die jungen Patienten zu Sport ermutigt. Merkwürdigerweise wurde dabei aber bislang nie das Geräte-Tauchen erwähnt.

Daher haben Forscher um Jean-François Schved vom Hämophilie-Zentrum der Universitätsklinik Montpellier sich jetzt näher mit der Frage befasst, ob das Geräte-Tauchen sich als Sportart für hämophile Menschen eignet. Die freiwilligen Teilnehmer wurden zunächst geschult – auch theoretisch – und medizinisch beurteilt.

Insgesamt kamen die 20 Patienten mit angeborenen Blutungsstörungen auf insgesamt 517 Tauchgänge in sechs Jahren. Neun wurden prophylaktisch mit Faktor-VIII-Präparat behandelt, neun bei Bedarf. Die anderen beiden Patienten litten am Von-Willebrand-Syndrom Typ 1.

Zwölf der 20 Patienten machten 12 bis 153 Tauchgänge, während sechs jeweils acht Tauchgänge machten. Die Mediziner beobachteten weder während noch nach den Tauchgängen irgendeinen Zwischenfall.

Damit kann das Geräte-Tauchen für hämophile Menschen zugelassen werden, meinen die Autoren – vorausgesetzt, es bestehen keine spezifischen medizinischen Kontraindikationen fürs Tauchen und die Patienten sind medizinisch so geschult, dass sie ihre Erkrankung selbst im Griff behalten können.

Quelle: Haemophilia 2012; 18 (1): 75-79; DOI: 10.1111/j.1365-2516.2011.02541.x