Der Ethikrat löst den von Kanzler Gerhard Schröder (SPD) im Jahre 2001 berufenen Nationalen Ethikrat ab und soll sowohl die Bundesregierung als auch den Bundestag in bioethischen Fragen beraten. Dazu zählen Themen wie zum Beispiel die Gentechnologie, Biotechnologie, Sterbehilfe und/oder Transplantationsmedizin.

Der Deutsche Ethikrat verfolgt die ethischen, gesellschaftlichen, naturwissenschaftlichen, medizinischen und rechtlichen Fragen sowie die voraussichtlichen Folgen für Individuum und Gesellschaft, die sich im Zusammenhang mit der Forschung und den Entwicklungen insbesondere auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften und ihrer Anwendung auf den Menschen ergeben. Zu seinen Aufgaben gehören insbesondere:

  • Information der Öffentlichkeit und Förderung der Diskussion in der Gesellschaft unter Einbeziehung der verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen;
  • Erarbeitung von Stellungnahmen sowie von Empfehlungen für politisches und gesetzgeberisches Handeln;
  • Zusammenarbeit mit nationalen Ethikräten und vergleichbaren Einrichtungen anderer Staaten und internationaler Organisationen.

Der neue Ethikrat hat 26 Mitglieder. Es handelt sich dabei um Naturwissenschaftler, Philosophen, Juristen, Theologen und Politiker. Je zur Hälfte wählten Regierung und Parlament die Mitglieder des Gremiums aus. Von den 26 Mitgliedern gehörten bereits 13 Experten zum Nationalen Ethikrat.

Auf der konstituierenden Sitzung Vorsitz gewählt

Der Ethikrat traf sich am 11. April 2008 im Reichstag zu seiner konstituierenden Sitzung und wählte den früheren Bundesjustizminister Edzard Schmidt-Jortzig (FDP) für eine Amtsperiode von vier Jahren zu seinem Vorsitzenden. Schmidt-Jortzig lehrt als Professor für Öffentliches Recht an der Universität Kiel.

Zur stellvertretenden Vorsitzenden wählte das Gremium Christiane Woopen, Privatdozentin für Medizinethik an der Universität Köln, und Eberhard Schockenhoff, Moraltheologe und Professor an der Uni Freiburg.

Die beiden im Vorfeld genannten Kandidaten für den Ratsvorsitz, der ehemalige baden-württembergische Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU) und der SPD-Forschungsexperte Wolf-Michael Catenhusen, verzichteten überraschend auf eine Kandidatur. Dadurch erst wurde der Weg frei für den 66-jährigen Schmidt-Jortzig.