Die Immuntoleranztherapie (ITT) gilt als erfolgreichste Strategie zur Beseitigung von Antikörpern gegen Faktor VIII aus dem Blut von Hämophilie-Patienten, die hohe Hemmkörpertiter zeigen. Allerdings können Komplikationen mit den venösen Zugängen zu Unterbrechungen der Therapie und damit zu einer Minderung ihrer Effektivität führen.

Wie Manuel Carcao vom Hospital for Sick Children, University of Toronto, in der Onlineausgabe der Zeitschrift Haemophilia vom 29. Dezember 2008 berichtet, wird die ITT von Nebenwirkungen begleitet, von denen die wenigstens allerdings auf die verschiedenen Faktorkonzentrate, die Patienten unter ITT erhalten, oder auf zusätzliche immunsuppressive Substanzen während der ITT zurückzuführen sind.

"Die meisten Nebenwirkungen beruhen auf der Notwendigkeit, häufig und wiederholt venöse Zugänge zu legen, was oft einen zentralen Venenkatheter notwendig macht", schreibt Carcao.

Diese Instrumente erleichterten es zwar, den Patienten wiederholt Faktorkonzentrate zu verabreichen, und seien vor allem bei Kindern mit kleinen und oft schlecht funktionierenden peripheren Venen nützlich. Allerdings könnten sie infiziert werden, verstopfen oder zu venösen Thrombosen führen, gibt der Autor zu bedenken.

"Diese Komplikationen können – auch wenn sie selten tödlich sind – zu einer signifikanten Belastung der Betroffenen führen, darunter auch durch das Entfernen des alten und das Legen eines neuen Zugangs. Außerdem können sie durch Therapieunterbrechungen zu einer verminderten Wirksamkeit der ITT führen", schlussfolgert Carcao.

Quelle: Haemophilia, published online: 29. Dezember 2008